Radrundweg Plauer See

Radrundweg Plauer See

  • Region: Nord, Ost, Süd, West
  • Länge: 55 km
  • Höhendifferenz: 34 m
  • Niveau: Mittel (Im Südosten zwischen Stuer und Lenz anspruchsvoll aber wunderschön)
  • Zeit: 4:30 h (bei 12 km/h ohne Pause)

Wunderschöne Rundstrecke vom Seehotel Plau am See und einer der landschaftlich schönsten Fahrradwege Deutschlands am siebtgrößten See des Landes.  Die Wegbeschaffenheit ist trotz zahlreicher Ausbauten in den letzten Jahren noch nicht überall gut. Gerade das südöstliche Teilstück zwischen Bad Stuer und Suckow ist gerade bei feuchtem Wetter sehr matschig und der Weg ist sehr eng. Man kann diesem Stück sehr gut über die Landesstraße K26 ausweichen und dann durch Suckow wieder zurück an den See finden. Am Besten ist es, den Weg um das Südufer zu beginnen, dann wird der Weg zum Ende hin nämlich besser und nicht schlechter.

Highlights und Must-Sees am Radweg um den Plauer See

Abschnitt von Plau am See bis Bad Stuer

Seeluster Bucht: Die schönste Badestelle der Stadt mit grüner Liegewiese, Spielplatz, WC und Imbiss.

Bad Stuer: Seehotel Stuersche Hintermühle mit einer empfehlenswerten Kuchenauswahl.

Bärenwald Müritz: Der Bärenwald Müritz bietet Bären aus schlechter Haltung seit 2006 ein tiergerechtes Zuhause. In dem insgesamt 16 Hektar großen Freigehege leben derzeit 16 Braunbären. Besucher können die Bären auf einer Wanderung durch den Wald erleben und an einzelnen Stationen mehr über diese interessanten Wildtiere erfahren. Die Bären finden hier einen Lebensraum, der ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht: eine abwechslungsreiche Landschaft mit Mischwald, Wiesenflächen, Waldlichtungen, Hanglagen und einem natürlichen Wasserlauf. Dies sind optimale Voraussetzungen für Braunbären, um ihr natürliches Verhalten wieder zu entdecken und ausleben zu können.

Eisvogeltal: Der Stuersche Bach in seinem Gesamtverlauf vom Kogeler See über die Vordermühle bis zur Mündung in den Plauer See durchschneidet einen Endmoränenzug und fällt in seinem relativ kurzen Lauf als schnell fließendes Gewässer um insgesamt 28 m in die Tiefe. Nach dem Passieren der Stuerschen Vordermühle geht es links den Hohlweg zur Chaussee hinauf. Rechts im Winkel zwischen Weg und Straße befindet sich im Wald ein bronzezeitliches Hügelgrab.

ABSCHNITT VON Bad Stuer BIS Lenz

Suckow: Der Suckower Keller ist eine idyllische Badebucht und wird besonders gerne von Plauern mit eigenem Boot angesteuert.

Zislow: Das Wahrzeichen von Zislow ist die 1749 geweihte Dorfkirche, die sich in der seltenen Form als achteckiger Fachwerkbau präsentiert und 1990 saniert wurde. Nun finden in der Saison Lesungen und Konzerte darin statt. Auf dem Gelände des die Kapelle und die Kirche umgebenden Friedhofes werden im Sommer auch Open-Air-Konzerte veranstaltet.

Lenz: Am Lenz befindet sich die Pension & Schänke Lenzer Krugein Restaurant mit großer Sonnenterrasse direkt an der Müritz-Elde-Wasserstraße. Wir empfehlen zuerst den Hausklassiker: Das Rauchfischsüppchen und danach das Rumpsteak Strindberg.

Verpassen Sie nicht den Aussichtspunkt Lenzer Höh. Ein paar Eisenbahnschwellen am südlichen Ende des Badestrandes  nach oben gestiegen und Sie erleben einen herrlichen Blick über das Wasser.

Wer niemals hier von Lenzer Höhn in Gottes schöne Welt gesehen,
ja den beneid ich wahrlich nicht, er ist und bleibt ein armer Wicht.

Direkt am Strand befindet sich ein restaurierter Torbogen mit der Inschrift: „Blühend steigt der Lenz hernieder, alles liebt und paart sich wieder.“ Eine etwas umgedichtete Zeile aus einem Lied von Wilhelm Gottlieb Becker.

Das blauer Wunder vom Lenz: 1996 baute Familie Falk den heutigen Lenzer Krug auf. Mit dem Neubau des Hotels wurde zeitgleich auch die  heutige blaue Stahlbrücke durch die STRABAG  neu aufgebaut und für den Fahrzeugverkehr frei gegeben. Die bestehende Holzbrücke am Lenz wurde am 02. Mai 1945, zeitgleich mit der Kapitulation Berlins, und zusammen mit der Drehbrücke und dem Holperdamm in Malchow von Deutschen Pioniertruppen gesprengt. Später wurde die Brücke wieder aufgebaut, hatte aber durch die neue Konstruktion nicht mehr die frühere Tragfähigkeit und war für Fahrzeuge nicht zu befahren. Seit dem hat der Lenz mit der neuen Brücke sein „Blaues Wunder“ und mit dem Lenzer Krug auch wieder eine gastronomische Heimat.

Am Lenzer Krug finden Sie auch den Schiffsanleger, wenn Ihnen nach etwa halber Strecke die Puste ausgegangen ist und Sie mit dem Schiff nach Plau am See zurückfahren wollt. Wir empfehlen eine rechtzeitige Reservierung von Karten, bzw. eine telefonische Abfrage der Abfahrtszeiten bei den Schifffahrtsunternehmen, damit Sie keine böse Überraschung erleiden.

ABSCHNITT VON Lenz bis Alt-Schwerin

Munitionsfabrik Lenz: 1938 wurde am Lenz von der Dynamit-Nobel-Aktien-Gesellschaft eine der größten deutschen Sprengstoff-Fabriken gebaut. Die Jahresproduktion von 1944 betrug 3.125 Tonnen Sprengstoff, dazu kamen monatlich etwa 50.000 km Sprengschnur und 50 Millionen Sprengkapseln. Die Standortauswahl verlief nach militärischen Gesichtspunkten. So wurde das Munitionswerk, etwa 2 km westlich von Malchow gelegen, im Westen vom Plauer See, im Nordosten von der heutigen Bundesstraße 192 und im Süden von der Straße Malchow-Lenz begrenzt. Aus Sicht der Rüstungsindustrie ist der Standort Malchow nahezu ideal gewesen. Die abseits gelegene Region in der Mecklenburger Seenplatte galt als strukturschwach. Das Werksgelände war abgelegen, preiswert und durch den Wald gut getarnt. Dank der Chaussee und der Bahnlinie Karow-Malchow-Waren war die Verkehrsinfrastruktur günstig. Der Plauer und Petersdorfer See sicherten den hohen Wasserbedarf der Chemiefabrik. Zur Tarnung des Geländes wurde beim Bau der Straße auf Gradlinigkeit verzichtet, um die natürlichen Gegebenheiten weitestgehend auszunutzen. Noch heute zeugt der Zick-Zack-Kurs der Straße von dieser Sicherheitsmaßnahme.

Etwa die Hälfte der Beschäftigten waren ausländische Zwangsarbeiter. Später wurden auch Häftlinge aus dem Konzentrationslager Ravensbrück unter äußerst unmenschlichen Bedingungen eingesetzt.

Auf dem Gelände des Arbeitslagers standen 10 Baracken für je 100 Frauen, aber 1945 lebten hier 5.000 Frauen. Malchow wurde zur Zeit der Todesmärsche auch als Zwischenlager genutzt. Das Lager wurde am 2. Mai 1945 befreit. Das Werk selbst wurde systematisch zerstört bzw. gesprengt. Bei einer Sprengung wurde wohl ein unentdecktes Sprengstofflager mit in die Luft gesprengt. Durch die Wucht der Detonation wurde das Kurhaus Lenz versehentlich mit zerstört.

Inzwischen lässt sich die Struktur des Werkes im Wald nur noch erahnen. Der Wald ist heute ein Refugium der Natur; in vielen Ruinen leben Fledermäuse. Erhalten sind die Zwangsarbeiterlager, der für das Werk stark ausgebaute Bahnhof und das Wasserwerk (Straße der Jugend), das Verwaltungsgebäude (heute Alten- und Pflegeheim) und die Wohnhäuser für die leitenden Angestellten (heute Ernst-Thälmann-Siedlung) an der Karower Chaussee sowie die Wohnhäuser für die „deutschen Beschäftigten“ im Süden und Westen der Sandfeld-Siedlung.

Quellen: geschichtsspuren.de Interessengemeinschaft für historische Militär-, Industrie- und Verkehrsbauten Michael & Christel Grube

Affenwald und Sommerrodelbahn: Diese liegen nicht direkt auf dem Weg, sind aber mit dem Fahrrad nach dem Campingplatz und dem 1. Erreichen der B192 in wenigen Minuten rechts der Bundesstraße folgend unter der A19 durch zu erreichen.

Alt-Schwerin: Sehenswert ist das barocke Herrenhaus von 1773. Der eingeschossige Backsteinbau (elf Achsen) mit Souterrain und Mansardgeschoss liegt inmitten einer Parkanlage am Tauchowsee und wird heute als Seniorenheim genutzt. Das schmiedeeiserne Eingangstor zur Parkanlage erhielt auf der Chicagoer Weltausstellung 1893 einen Sonderpreis und stammte ursprünglich aus Vollrathsruhe. Das agrarhistorisches Museum, Agronueum, zeigt die Entwicklung der Mecklenburger Landwirtschaft. Ebenfalls sehenswert ist die gotische Dorfkirche, eine Saalkirche in Backstein aus dem 14. Jahrhundert mit neugotischer Westturm aus Feld- und Backstein und Grabkapellen aus dem 18. Jahrhundert.

ABSCHNITT VON Alt Schwerin bis Plau am See

Moorochse: Ein Aussichtspunkt zwischen Campingplatz und Karower Kreuzung im Naturschutzgebiet „Nordufer Plauer See“. „Moorochse“ ist die volkstümliche Bezeichnung für die Große Rohrdommel, deren Männchen im Frühjahr einen dumpfen Ruf aus dem Röhricht ertönen lassen. Dies hört sich wie das Brüllen eines Ochsen an.  Vom Turm lohnt sich ganz besonders ein Blick auf die ehemaligen Torfstiche und die Kormorankolonie, deren Bestand  auf über 400 Brutpaare anwuchs. Um den Nachwuchs und damit den Eintrag an Nährstoffen durch Kot zu minimieren, wird jährlich in die Kolonie eingegriffen und die Gelege werden mit Gipseiern ausgetauscht.

Naturschutzgebiet Nordufer Plauer See: Es umfasst den nordwestlichen Bereich des Plauer Sees mit Feuchtwiesen und ehemaligen Torfstichen, den westlich anschließenden Hofsee (Leisten) sowie einen bewaldeten Teil nördlich der Bundesstraße 192 mit dem Samoter See und Plumsee. Die Ausweisung erfolgte am 1960 mit einer Erweiterung im Jahr 1990. Der Schutzzweck besteht in der Erhaltung eines strukturreichen Wald-, Seen- und Moorgebietes. Das Naturschutzgebiet befindet sich im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide und ist nach EU-Recht als Vogelschutzgebiet und FFH-Gebiet eingestuft.

Karow: Karower Meiler als Informationszentrum für den Naturpark Nossentiner Schwinzer Heide.

Karow: Das Schloss Karow wurde am Ende des 18. Jahrhunderts im Stil des Klassizismus von der Adelsfamilie von Hahn erbaut. Während des II. Weltkrieges fanden im Karower Schloss Rostocker Gymnasiasten eine Herberge. Nach 1945 war das Schloss ein Flüchtlingslager. Das Herrenhaus Schloss Karow wurde nach dem Krieg als eine Betriebsberufsschule mit Lehrlingswohnheim zur Ausbildung von Landwirten genutzt. Seit dem Jahre 2007 wird das Schloss als Hotel und nunmehr vor allem als Hochzeitsschloss genutzt.

Quetzin: Bienenmuseum und Schauimkerei

Leuchtturm: Am Ende der Mole in Plau am See steht der Leuchtturm Paul und lädt mit seiner Besucherplattform zu einem fantastischen Rundumblick ein.

Plau am See: Die schönste Stadt in der Mecklenburgischen Seenplatte besticht durch Ihren Charme, Ihren Flair und immer wieder die Nähe zum Wasser. Burganlage Plau am See mit Burgmuseum und Verlies, Rathaus, Kirche St. Marien, die verwunschenen Kopfsteinpflasterstraßen in der Fachwerk-Altstadt, die Uferpromenade an der Elde von der Hühnerleiter (an der Schleuse) bis zum Leuchtturm Paul, die Seeluster Bucht als schönste Badestelle am See.

Plauer Hubbrücke ist eine 1916 errichtete stählerne Hubbrücke im Zentrum der Stadt Plau am See. Die Brücke wird von Booten bei der Ausfahrt aus dem Plauer See in die Elde unterfahren. Mit einer Hubhöhe von bis zu 1,86 m ist sie die höchste Hubbrücke Mecklenburgs. Genannt wird sie im Volksmund „DAS BLAUE WUNDER VON PLAU“.

Seehotel Plau am See: Restaurant mit großer Terrasse mit unvergleichlichem Blick auf den Plauer See. Große Auswahl an regionalen Gerichten und hausgebackenem Kuchen und Torten.

4 Kommentare auch kommentieren

  1. Timo S. sagt:

    Eine sehr schöne Radtour mit viel Natur. Leider ist die Wegstrecke zwischen Stuer und Suckow in sehr schlechtem Zustand. Da muss noch was passieren.

    1. admin sagt:

      Es passiert sehr viel. Im Grunde ist die von Ihnen beschriebene Stelle noch der einzige Schwachpunkt auf der Umrundung. Hier gibt es viele konkurrierende Zielsetzungen von Naturschutz, Forst, Landkreis, Eigentümern und den Touristikern. Im Moment wird an der Alternativroute über die Landstraße K26 gearbeitet. Diese soll ausgebaut werden, damit dort PKW und Fahrrad problemlos nebeneinander her fahren können. Zu mindestens im Bereich zwischen Bad Stuer und Suckow. In Suckow wird man dann wieder auf den Seenradweg geführt. Die Strecke direkt am Wasser bleibt natürlich erhalten, aber dort sollte man schon gut mit dem Rad unterwegs sein. Nichts für Kinder, Anhänger oder ähnliches.

  2. Lena Schreiber sagt:

    Auf diese Tour freuen wir uns besonders. Den Plauer See kennen wir aus dem letzten Urlaub nur vom Hausboot aus. Diesmal möchten wir ihn mit dem Fahrrad umrunden. Danke für die Tipps!

    1. admin sagt:

      Gern geschehen! Und wenn Ihr bei der Radrunde durstig werdet, dann empfehle ich eine große Apfelschorle auf der Terrasse vom Seehotel Plau am See.

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