Vom Plauer See an die Müritz

Radrundtour von Lenz über Malchow nach Röbel

  • Region: Ost
  • Länge: 67 km
  • Höhendifferenz: 58 m
  • Niveau: Mittel 
  • Zeit: 5:30 h (bei 12 km/h ohne Pause)

Die Strecke führt sie durch eine Endmoränenlanschaft über Wald- und Wiesenwege über wenig benutzte Wirtschaftswege abseits der großen Tourismusströme von Lenz am Plauer See bis Röbel an der Müritz.

Highlights und Must-Sees an der Strecke

Lenz: Am Lenz befindet sich die Pension & Schänke Lenzer Krugein Restaurant mit großer Sonnenterrasse direkt an der Müritz-Elde-Wasserstraße. Wir empfehlen zuerst den Hausklassiker: Das Rauchfischsüppchen und danach das Rumpsteak Strindberg.

Verpassen Sie nicht den Aussichtspunkt Lenzer Höh. Ein paar Eisenbahnschwellen am südlichen Ende des Badestrandes  nach oben gestiegen und Sie erleben einen herrlichen Blick über das Wasser.

Wer niemals hier von Lenzer Höhn in Gottes schöne Welt gesehen,
ja den beneid ich wahrlich nicht, er ist und bleibt ein armer Wicht.

Direkt am Strand befindet sich ein restaurierter Torbogen mit der Inschrift: „Blühend steigt der Lenz hernieder, alles liebt und paart sich wieder.“ Eine etwas umgedichtete Zeile aus einem Lied von Wilhelm Gottlieb Becker.

Das blauer Wunder vom Lenz: 1996 baute Familie Falk den heutigen Lenzer Krug auf. Mit dem Neubau des Hotels wurde zeitgleich auch die  heutige blaue Stahlbrücke durch die STRABAG  neu aufgebaut und für den Fahrzeugverkehr frei gegeben. Die bestehende Holzbrücke am Lenz wurde am 02. Mai 1945, zeitgleich mit der Kapitulation Berlins, und zusammen mit der Drehbrücke und dem Holperdamm in Malchow von Deutschen Pioniertruppen gesprengt. Später wurde die Brücke wieder aufgebaut, hatte aber durch die neue Konstruktion nicht mehr die frühere Tragfähigkeit und war für Fahrzeuge nicht zu befahren. Seit dem hat der Lenz mit der neuen Brücke sein „Blaues Wunder“ und mit dem Lenzer Krug auch wieder eine gastronomische Heimat.

Am Lenzer Krug finden Sie auch den Schiffsanleger, wenn Sie einen Teil der Strecke mit dem Schiff abkürzen wollen. Wir empfehlen eine rechtzeitige Reservierung von Karten, bzw. eine telefonische Abfrage der Abfahrtszeiten bei den Schifffahrtsunternehmen, damit Sie keine böse Überraschung erleiden.

Munitionsfabrik Lenz: 1938 wurde am Lenz von der Dynamit-Nobel-Aktien-Gesellschaft eine der größten deutschen Sprengstoff-Fabriken gebaut. Die Jahresproduktion von 1944 betrug 3.125 Tonnen Sprengstoff, dazu kamen monatlich etwa 50.000 km Sprengschnur und 50 Millionen Sprengkapseln. Die Standortauswahl verlief nach militärischen Gesichtspunkten. So wurde das Munitionswerk, etwa 2 km westlich von Malchow gelegen, im Westen vom Plauer See, im Nordosten von der heutigen Bundesstraße 192 und im Süden von der Straße Malchow-Lenz begrenzt. Aus Sicht der Rüstungsindustrie ist der Standort Malchow nahezu ideal gewesen. Die abseits gelegene Region in der Mecklenburger Seenplatte galt als strukturschwach. Das Werksgelände war abgelegen, preiswert und durch den Wald gut getarnt. Dank der Chaussee und der Bahnlinie Karow-Malchow-Waren war die Verkehrsinfrastruktur günstig. Der Plauer und Petersdorfer See sicherten den hohen Wasserbedarf der Chemiefabrik. Zur Tarnung des Geländes wurde beim Bau der Straße auf Gradlinigkeit verzichtet, um die natürlichen Gegebenheiten weitestgehend auszunutzen. Noch heute zeugt der Zick-Zack-Kurs der Straße von dieser Sicherheitsmaßnahme.

Etwa die Hälfte der Beschäftigten waren ausländische Zwangsarbeiter. Später wurden auch Häftlinge aus dem Konzentrationslager Ravensbrück unter äußerst unmenschlichen Bedingungen eingesetzt.

Auf dem Gelände des Arbeitslagers standen 10 Baracken für je 100 Frauen, aber 1945 lebten hier 5.000 Frauen. Malchow wurde zur Zeit der Todesmärsche auch als Zwischenlager genutzt. Das Lager wurde am 2. Mai 1945 befreit. Das Werk selbst wurde systematisch zerstört bzw. gesprengt. Bei einer Sprengung wurde wohl ein unentdecktes Sprengstofflager mit in die Luft gesprengt. Durch die Wucht der Detonation wurde das Kurhaus Lenz versehentlich mit zerstört.

Inzwischen lässt sich die Struktur des Werkes im Wald nur noch erahnen. Der Wald ist heute ein Refugium der Natur; in vielen Ruinen leben Fledermäuse. Erhalten sind die Zwangsarbeiterlager, der für das Werk stark ausgebaute Bahnhof und das Wasserwerk (Straße der Jugend), das Verwaltungsgebäude (heute Alten- und Pflegeheim) und die Wohnhäuser für die leitenden Angestellten (heute Ernst-Thälmann-Siedlung) an der Karower Chaussee sowie die Wohnhäuser für die „deutschen Beschäftigten“ im Süden und Westen der Sandfeld-Siedlung.

Quellen: geschichtsspuren.de Interessengemeinschaft für historische Militär-, Industrie- und Verkehrsbauten Michael & Christel Grube

Muffel: Zwischen Lenzer Krug und A19 kann man immer wieder wild lebende Muffel beobachten.

Malchow: Malerisch gelegenes Städtchen mit Einkaufsmöglichkeiten und vielen Museen. Besonders sehenswert ist die Klosterkirche des Klosters Malchow. Sie besteht als Feldsteinkirche nachweislich ab 1235. Von 1844 bis 1846 wurde zunächst ein 52 m hoher Backsteinturm angefügt. Nach einem Brand 1888 wurde die Kirche im Stil der Neogotik wieder aufgebaut und dient heute als Ausstellungsraum des Orgelmuseums sowie als Ort für Konzerte und Trauungen.

Die Stadtkirche Malchow wurde von 1870 bis 1873 in Form einer Kreuzkirche erbaut. Der neugotische Backsteinbau der Kirche verfügt über einen quadratischen Westturm. Sehenswert der Altaraufsatz sowie eine Vielzahl von Figuren.

Die Malchower Stadtmühle ist etwa 130 Jahre alt.

Die Drehbrücke Malchow von 1863 wird aktuell von jährlich etwa 18.000 Booten passiert und verbindet die Altstadtinsel mit der Neustadt. Sie stellt die Querung der Müritz-Elde-Wasserstraße als Bundeswasserstraße zwischen Müritz und Hamburg als auch Berlin dar. Sie war bis zur Eröffnung der Autobahn Berlin-Rostock 1978 der einzige Übergang über die Oberseen der Mecklenburger Seenplatte. 1980 war sie dann defekt, sie konnte nicht mehr geöffnet werden. Der Schiffsverkehr zwischen der Müritz und dem Plauer See kam damit zum Erliegen. 1991 wurde eine neue Brücke in Betrieb genommen, deren Funktionieren aber immer wieder große technische Schwierigkeiten bereitete. Nach einer Untersuchung am Bauwerk wurde 2012 entschieden, eine neue Pylonen-Dreh-Brücke zu bauen, die 2013 in Betrieb genommen wurde.

Grüssow teilt sich in Neu-Grüssow und Grüssow auf. Die ehemalige slawische Ansiedlung wurde 1255 erstmals urkundlich erwähnt, der Name könnte von „grusa“, also „Birnbaum“, abgeleitet sein. Ähnlich wie Walow wurde auch dieser Ort jahrhundertelang von der Familie von Flotow geprägt. Das einstige Herrenhaus aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts bildet heute das Dorfzentrum und ist Austragungsort von Kulturveranstaltungen. Sehenswert ist die denkmalgeschützte Grüssower Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Zur Kirche gehört auch ein Anwesen mit einem Pfarrhaus, das für Veranstaltungen der Pfarrgemeinde genutzt wird.

Walow wurde erstmals am 1255 urkundlich erwähnt, als der Schweriner Bischof Rudolf die Kapelle in Grüssow weihte.  Ab 1384 bis 1945 war die Familie von Flotow Besitzer und in den frühen Zeiten Inhaber des höchsten Gerichts in Walow.  Das imposante, neogotische Herrenhaus stammt von 1879. Es wurde um 2006 teilweise saniert, steht seitdem aber leer und verfällt. Sehenswert ist auch die Dorfkirche Walow, ein verputzter Fachwerkbau aus dem Jahr 1845.

Woldzegarten war vom 15. bis zum 20. Jahrhundert ein Gutshof im Besitz der Familie von Flotow. Nach der Vertreibung der Besitzerin und des Verwalters 1945 wurden verschiedene Gemeindeeinrichtungen im Gutshaus untergebracht. Nach der Wende verfiel der Gutshof zusehends, wurde dann aber in den späten 1990er Jahren umfassend saniert. Das Gutshaus dient heute als Hotel, das große Wirtschaftsgebäude als Kulturscheune.

Kroneiche: Auf halber Strecke zwischen Woldzegarten und Röbel kommt man an der Minzower Kroneiche vorbei. Sie hat einen Umfang von rund zehn Metern und ein geschätztes Alter von 400–600 Jahren. Damit müsste sie die älteste Eiche in der Region sein.

Röbel: Sehenswürdigkeiten in Röbel sind die gut erhaltene, langgestreckte Altstadt, eine Fachwerkstadt mit zwei großen Kirchen, Kirchplatz, Markt, Pferdemarkt, Bürgergarten, Stadtpark, Hafen.

Gotthun : Wassermühle und Windmühle sind einen Besuch wert.

Sietow: Das ursprünglich slawisch besiedelte Dorf tauchte erstmals im 13. Jahrhundert in einer Urkunde auf. Der Ortsname Sietows leitet sich vom altslawischen Wort „zytko“ ab, was etwa „Getreideort“ oder „Kornaue“ bedeutet. Die Dorfkirche Sietow stammt aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und ist ein rechteckiger Backsteinbau mit eingezogenem Chor aus Feldstein sowie dem quadratischen Feldsteinturm mit Fachwerkaufsatz nach Westen.

Hinrichsberg: Das zweigeschossige klassizistische Hinrichsberger Gutshaus brannte 2009 ab. Erhalten blieb ein 2012 sanierter Seitenflügel von um 1850 in dem Ferienwohnungen sind und ein unterirdisches Gewölbe mit dem Verlies aus der Raubritterzeit.

Lexow wurde 1298 erstmals urkundlich erwähnt, als der Schweriner Bischof Gottfried I. von Bülow das Nonnenkloster der Büßerinnen aus der Neustadt Röbel nach Alt-Malchow verlegte.  Das Gut gehörte dem Kloster Dobbertin, und es wurde seit 1918 als Staatsdomäne verpachtet. Das zweigeschossige Gutshaus stammt von 1874, in dem nach 1945 Flüchtlinge wohnten; danach bis 1990 Sitz der Gemeinde mit Schule, Konsum, Arzt und Friseur. Es wurde 2007 zu einem Hotel umgebaut. Die Feldsteinkirche von Lexow mit einer 300 Jahre alten Kanzel ist ebenfalls sehenswert.

Malchow: Malerisch gelegenes Städtchen mit Einkaufsmöglichkeiten und vielen Museen.

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